Die Studie LONGTERMS untersuchte erstmals über einen Zeitraum von bis zu 14 Jahren die Wirksamkeit und Sicherheit von Fingolimod bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose.1 Die chronische Erkrankung erfordert jahrelange Behandlung, sodass Daten zu Langzeittherapien von großer Bedeutung sind. Die Studienergebnisse demonstrieren eine anhaltende Wirksamkeit und bestätigen das Verträglichkeitsprofil von Fingolimod in der Langzeittherapie. Erkenntnisse über einen langen Behandlungszeitraum sind besonders für Therapieentscheidungen in der klinischen Praxis relevant.
Fingolimod als erstes orales DMT
Der Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptormodulator Fingolimod wurde 2011 als erstes krankheitsmodifizierendes Therapeutikum (DMT) zur oralen Einnahme in der Schweiz zugelassen.2 Es gehört zu den meistverschriebenen DMTs bei der Behandlung von schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS).3 Bisherige Studien präsentierten starke Wirksamkeit bei einer Behandlungsdauer von 5–7 Jahren.4–11 Cohen et al. analysierten nun erstmals Sicherheit und Wirksamkeit von Fingolimod bei einer Therapiedauer von bis zu 14 Jahren.1
LONGTERMS liefert wichtige Ergebnisse bei einer Behandlungsdauer von bis zu 14 Jahren
Die Open-Label Beobachtungsstudie schloss Patienten ein, die vorherige Studien der Phase II, III/IIIb sowie deren Verlängerungen protokollgemäß abgeschlossen hatten.4–11 Insgesamt nahmen 4,086 Patienten in 39 Ländern an der fast siebenjährigen Verlängerungsstudie teil. Unabhängig von der ursprünglichen Behandlung erhielten alle Patienten einmal täglich 0,5 mg Fingolimod.1
Langzeittherapie mit Fingolimod erzielt anhaltende niedrige Schubrate
Über 10 Jahre hinweg blieb eine niedrige Schubrate von etwa 0,2 erhalten (Abbildung 1A).1 Schubfrei war etwa die Hälfte aller Patienten nach 10 Jahren Therapiedauer (Abbildung 1B).1 Dieses überzeugende Ergebnis bestätigte die starken Wirksamkeitsdaten aus früheren Studien sowie der fortlaufenden PANGAEA 2.0 Studie im Real- World-Setting.12
Schubratenreduktion

Anteil schubfreier Patienten

Abbildung 1: (A) Reduktion der jährlichen Schubrate (ARR) im Laufe der Behandlungszeit.
Weitere klinische Ergebnisse bestätigen anhaltende Wirksamkeit
Die Langzeittherapie mit Fingolimod zeigte unabhängig von der ursprünglichen Behandlung einen vorteilhaften Krankheitsverlauf. Bei mehr als jedem zweiten MS-Patient erfolgte nach 10 Jahren keine Bestätigung der Behinderungsprogression über 6 Monate (6m-CDP).1 Gleichzeitig blieb der EDSS-Wert bei etwa 60 % der Patienten stabil und ein Großteil erreichte nicht die vorab definierten Grenzwerte von EDSS ≥ 4 (68 %), ≥ 6 (85 %) und ≥ 7 (96 %).1 Die anhaltende Wirksamkeit von Fingolimod zeichnete sich bei 13 % der Patienten sogar durch eine Verbesserung des EDSS-Wertes aus. Die MRT-Ergebnisse zeigten außerdem eine Abnahme neuer oder vergrößerter T2-Läsionen und eine Reduktion des Hirnvolumens um 3,2 % nach 10 Jahren.1
Sicherheitsprofil bei Langzeittherapie unverändert
Die Analyse von insgesamt 17,311 Patientenjahren demonstrierte, dass das Nebenwirkungsprofil von Fingolimod auch bei einer Behandlungsdauer von bis zu 14 Jahren tolerierbar und mit anderen Studien vergleichbar ist.1,4–11 Es traten keine neuen oder unerwarteten Sicherheitssignale auf.1 Im Laufe der Studie berichteten 86 % der Patienten von mindestens einem unerwünschten Ereignis (UE) und 13 % von einem schwerwiegenden UE (Abbildung 2).1
Unerwünschte Ereignisse

Abbildung 2: Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen und schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen im Laufe der LONGTERMS Studie.1
Verlässliche Langzeittherapie in der klinischen Praxis
Die Ergebnisse der LONGTERMS-Studie unterstützen frühere Daten zur starken Wirksamkeit von Fingolimod und präsentieren eine anhaltende Verbesserung der Krankheitsaktivität. Nach 10 Jahren Behandlungszeit war fast die Hälfte der RRMS-Patienten schubfrei, eine 2/3 Mehrheit stabilisiert und ohne Behinderungsprogression. Die Langzeittherapie hatte dabei keinen Einfluss auf das Verträglichkeitsprofil von Fingolimod. In 17,311 Patientenjahren kam es zu keinen zusätzlichen Sicherheitssignalen. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass eine Langzeittherapie mit Fingolimod anhaltend wirksam und verlässlich ist.
EDSS: expanded disability status scale
Referenzen