Das Endometriumkarzinom galt lange als die gutartige unter den gynäkologischen Malignomen: früh symptomatisch, meist im Stadium I diagnostiziert, chirurgisch heilbar. Diese Einordnung stimmt für die Mehrheit der Patientinnen weiterhin. Für die Minderheit mit fortgeschrittener oder rezidivierter Erkrankung hat sich innerhalb weniger Jahre dagegen fast alles verändert. Die molekulare Klassifikation ist vom Forschungsinstrument zum Standard der Therapieplanung geworden, die FIGO-Klassifikation hat molekulare Parameter in die Stadieneinteilung aufgenommen, und die Kombination aus Chemotherapie und Checkpoint-Inhibition hat in der mismatch-repair-defizienten Subgruppe Überlebenskurven erzeugt, die in dieser Entität zuvor unbekannt waren. Die im Mai 2026 publizierte und im Juli 2026 ergänzte Version 4 der S3-Leitlinie bildet diesen Umbruch ab [1].
Autoren
- Tanja Schliebe
Publikation
- GYNÄKOLOGIE PRAXIS
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