Pädiatrische Hirntumoren beginnen häufig mit unspezifischen, teils körperlichen, teils verhaltensbezogenen Symptomen, die internistischen oder psychiatrischen Differenzialdiagnosen zugeordnet werden können und damit typische diagnostische Fallstricke eröffnen. Klinische Fallbeispiele aus Vergangenheit und Gegenwart – mit Verhaltensänderungen, episodischen Bewegungsstörungen, persistierenden Kopfschmerzen oder vermeintlich funktionellen Beschwerden – zeigen, wie rasch solche Konstellationen fehlinterpretiert werden. Eine zuverlässige Einordnung erfordert die Verbindung von klinischer Basisdiagnostik – systematische Verlaufsbeobachtung, Bewertung der Symptompersistenz und neurologische Untersuchung – mit interdisziplinärem Wissen aus Neurologie, Psychiatrie und Internistik. Moderne bildgebende und molekulare Verfahren erhöhen die diagnostische Präzision, ersetzen die konventionelle klinische Diagnostik jedoch nicht, sondern ergänzen sie, da innovative Verfahren stets auf einer sorgfältigen klinischen Erstbewertung aufbauen sollten.
Autoren
- Roswitha Kuffner
- Dr. oec. Odile Schwarz-Herion
Publikation
- InFo ONKOLOGIE & HÄMATOLOGIE
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