Die meisten Hämangiome sind aufgrund ihres grossen Rückbildungspotenzials nicht therapiebedürftig. Bis zu einer Fläche von ca. 2× 2cm und einer Erhabenheit von ca. 4 mm kann eine elektrische Kryotherapie mit –32°C durchgeführt werden. Mittlerweile gilt Propranolol in den Leitlinien als Therapie erster Wahl bei komplizierten Hämangiomen mit gegebener Indikation. Die Ansprechrate liegt bei 98%. Nebenwirkungen der Propranolol-Therapie sind temporär, dosisabhängig und in den allermeisten Fällen harmlos und reversibel. Die Differenzialdiagnosen eines Hämangioms zu kennen und ein differenziertes individuelles Therapiekonzept zu erstellen, stellt die eigentliche Herausforderung dar, damit für das betroffene Kind schliesslich ein optimierter Behandlungserfolg und eine hohe Patientenzufriedenheit erzielt werden können. Die Diagnostik und Therapie der vaskulären Anomalien bedürfen einer interdisziplinären Zusammenarbeit von spezialisierten Chirurgen, Pädiatern oder Dermatologen sowie Radiologen, Angiologen und ggf. weiteren Fachdisziplinen.
Autoren
- Dr. med. Astrid Burger
- Prof. Dr. med. Stefan Holland-Cunz
Related Topics
Dir könnte auch gefallen
- Autoimmune Lebererkrankungen
Zukunftsweisende Therapieansätze für PBC, PSC und AIH: Was gibt es Neues?
- Myelofibrose
Mutationen und molekulare Diagnostik in der Therapieentscheidung
- Psoriasis im Zeitalter der Präzisionsmedizin
Systemische Therapie bei Patienten mit Komorbiditäten: was ist die beste Wahl?
- Die Amalfi-Studie und die Grenzen des digitalen Screenings auf Vorhofflimmern
Fernüberwachung auf Vorhofflimmern: viel Detektion, wenig Schlaganfallprävention?
- MASH
Pharmakotherapien als «Game Changer» – was sind anstehende Herausforderungen?
- Adipositas-Therapie
Orale GLP-1-Therapien: ATTAIN-1 und OASIS-4 – der nächste Sprung
- Sponsored Content: ESMO Sarcoma & Rare Cancers Congress 2026
Multidisziplinäre Entscheidungen und neue Therapieoptionen
- Ältere Patienten mit atopischer Dermatitis