Infektionen bei diabetischem Fusssyndrom sind häufig, bedingen eine hohe Morbidität und benötigen oft lange Hospitalisationen mit multiplen chirurgischen Eingriffen, hin bis zum Verlust einer Extremität. Die Ätiologie ist multifaktoriell, periphere Gefässkrankheiten, Neuropathie und Immunopathie spielen die grössten Rollen. Die Behandlung braucht eine systematische und multidisziplinäre Herangehensweise. Klassische klinische Zeichen sind oft nicht vorhanden oder treten erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Probenentnahmen aus der Wunde und, falls erforderlich, aus dem Knochen sind notwendig, um eine antimikrobielle Therapie zu beginnen. Chirurgische Eingriffe sind nötig bei mittel- bis schwer fortgeschrittenen Wunden oder bei systemischem Befall. Dann ist das Débridement die wichtigste Prozedur und sollte alle befallenen Kompartimente einbeziehen. Amputation und/oder Wundverschluss sollten erst erfolgen, wenn der Zustand des Patienten stabil und die Behandlungsstrategie definiert ist. Eine frühe Diagnosestellung ist sehr wichtig, um das Ausmass des Gewebeschadens einzudämmen. Postoperative Pflege ist unabdingbar, um Rückfälle und Komplikationen zu vermeiden.
Autoren
- PD Dr. med. Maurizio Calcagni
- Dr. med. David Jann
Publikation
- HAUSARZT PRAXIS
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