Neue Metaanalysen, das erste ESC-Konsensusdokument zu psychischer Gesundheit und Herzerkrankungen sowie bahnbrechende Lancet-Daten zu antidepressiven Pharmaka zeigen: Die Depression ist ein eigenständiger, quantifizierbarer und behandelbarer Risikofaktor für kardiovaskulären Tod – und sie wird in der kardiologischen Praxis systematisch unterschätzt. Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die weltweit häufigste Todesursache; Depression ist laut WHO-Daten eine der führenden Ursachen von Behinderung und verlorenen Lebensjahren. Beide Erkrankungen ko-existieren nicht zufällig: Eine im Oktober 2025 in World Psychiatry veröffentlichte Metaanalyse mit 268 Kohortenstudien und über 10 Millionen Depressionspatienten beziffert das Gesamtmortalitätsrisiko auf das 2,1-fache der Allgemeinbevölkerung – und zeigt, dass die kardiovaskuläre Sterblichkeit mit einem relativen Risiko von 1,63 für natürliche Todesursachen besonders prominent ist. Der European Heart Journal publizierte im November 2025 das erste ESC Clinical Consensus Statement zu psychischer Gesundheit und Herzerkrankungen.
Autoren
- Tanja Schliebe
Publikation
- CARDIOVASC
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