Aktuelle Studien belegen, dass kardiovaskuläre Mortalität bei Krebsüberlebenden über Jahre zur führenden Todesursache werden kann. Neue Daten zur ICI-Myokarditis, wegweisende Kardioprotektionsstudien und das erste umfassende JACC-Expertenpanel definieren das Feld neu. Die Onkologie hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten atemberaubende Fortschritte erzielt: 18,1 Millionen Krebsüberlebende allein in den USA (Stand 2022), Tendenz bis 2030 auf 21,6 Millionen steigend. Diese therapeutische Erfolgsgeschichte hat jedoch eine kardiovaskuläre Kehrseite. Krebstherapien können das Myokard schädigen, die Gefässwände angreifen, Arrhythmien auslösen und Herzinsuffizienz provozieren – und kardiovaskuläre Erkrankungen sind bei Krebsüberlebenden die führende Nicht-Krebs-Todesursache. Die Kardioonkologie als eigenständiges Spezialgebiet antwortet auf dieses Dilemma mit integrierten Versorgungsmodellen, verfeinerter Risikostratifizierung und einer wachsenden Evidenzbasis für gezielte Prävention und Therapie.
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