Das Verständnis des idiopathischen nephrotischen Syndroms (INS) befindet sich im Umbruch. Während die Mehrheit der Kinder mit steroid-sensitivem oder -abhängigem Verlauf durch Glukokortikoide und weitere Immunsuppression in Remission gebracht werden kann, bleibt die steroidresistente Form eine klinische Herausforderung. Die Entdeckung von Autoantikörpern gegen das podozytäre Schlitzmembranprotein Nephrin eröffnet ein neues pathogenetisches Paradigma. Eine grosse multizentrische Untersuchung zeigt nun: Anti-Nephrin-Autoantikörper finden sich vor allem bei steroid-sensitiven und -abhängigen Verläufen, während sie bei genetisch determinierten oder multidrug-resistenten Formen weitgehend fehlen. Damit deutet sich an, dass Anti-Nephrin-Antikörper nicht nur Pathogenese und Prognose spiegeln, sondern auch therapeutische Entscheidungen lenken könnten.
Autoren
- Tanja Schliebe
Publikation
- Nephrologie-Special
Related Topics
Dir könnte auch gefallen
- MASH
Pharmakotherapien als «Game Changer» – was sind anstehende Herausforderungen?
- Adipositas-Therapie
Orale GLP-1-Therapien: ATTAIN-1 und OASIS-4 – der nächste Sprung
- Sponsored Content: ESMO Sarcoma & Rare Cancers Congress 2026
Multidisziplinäre Entscheidungen und neue Therapieoptionen
- Ältere Patienten mit atopischer Dermatitis
Weshalb der Einsatz von Biologika befürwortet wird
- Störungen der Darm-Hirn-Interaktion
Pfefferminz-Kümmelöl-Präparat bewährte sich in Phase-IV-Studie
- Gepante bei Migräne
Besserung von Schmerz, Symptomen und Funktionsfähigkeit – akut wie präventiv
- Warum der Finerenon-Boom der Hyperkaliämie-Therapie neue Relevanz verleiht
Kaliumbinder als Enabler der RAASi-Optimierung
- Asthma im Erwachsenenalter: Bronchodilatation und antientzündliche Therapie